Auf sein eigenes Volk

Laut tagesthemen macht sich Bashar al-Assad derzeit einer Kardinalsünde schuldig: Er lässt schießen, aber nicht wie die EU nur auf sogenannte illegale Einwanderer, also Ausländer ohne besondere Qualifikationen, was sie zu überflüssigem Menschenmaterial macht, was zwar schade, aber nicht zu ändern ist, sondern „auf sein eigenes Volk“. Dies macht nach landläufiger Meinung den entscheidenden Unterschied zwischen DDR-Mauerschützen und EU-Grenzpatrouillen aus, wenn sie auf unbewaffnete Grenzgänger schießen.

Bemerkenswerter an dieser Aussage ist aber etwas anderes: Die Rede von „seinem“ Volk impliziert, dass das syrische Volk Eigentum des Herrschers sei, Assad, der große Führer des syrischen Volkes als Inkarnation des Souveräns – dieses Prinzip hat man offenbar internalisiert. Insofern kann es auch nicht verwundern, dass deutsche Politiker und Journalisten nicht zur gewaltsamen Entmachtung Assads aufrufen. Schlimm genug, dass sie bereits ihren Führer verloren haben – dieses traurige Schicksal wollen sie dem syrischen Volk ersparen.

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