Der Islamneid des Anders B.

Gedanken zu den deutschen Reaktionen auf den Terror in Norwegen

Jeder spektakuläre Terroranschlag, egal von wem und wo er verübt wurde, erreicht zumindest in Deutschland ein Ziel: Die Menschen in Panik zu versetzen und ihre Paranoia noch zu verstärken. Adorno war offenbar noch zu optimistisch, als er die Aufgabe, weder von der Macht der anderen noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen, lediglich als fast unlösbar bezeichnete. Die Reaktionen auf das schreckliche Massaker in Norwegen offenbaren einen Abgrund an Dummheit, der einen ratlos zurücklässt.

Wirft man einen Blick in das „Manifest“, das Anders Behring Breivik hinterlassen hat, so wird man noch ratloser. Unwillkürlich stellt man sich die Frage, was diesen Menschen dazu gebracht hat, ein solch irres und wirres Zeug zusammenzuschreiben und wieso er glaubt, dass darin eine Rechtfertigung für den feigen Mord an über 70 Menschen läge. Diese Wahnsinnstat, die eine Wahnsinnstat ist, egal welche Ziele Anders Behring Breivik zu verfolgen glaubte oder ob er für zurechnungsfähig gehalten wird, macht fassungslos.

Man würde erwarten, dass eine solche Tat Anlass wäre zur Reflektion, zur Besinnung, zum Innehalten. Darüber hinaus beginnt Erkenntnis damit, sich der Sache zuzuwenden, das heißt in diesem Fall der konkreten Tat. Was hat Anders Behring Breivik getan, was bezweckte er damit? Wie ging er vor und warum wählte er genau diese Menschen als Opfer aus? Warum glaubte er, durch eine solche Tat politische Ziele erreichen zu können? Welche Menschen fühlen sich durch diese Tat möglicherweise angesprochen? Wer sind potentielle Anhänger dieses Mannes und wie können sie davon abgehalten werden, ähnliche Taten zu verüben? Wie konnte es dazu kommen, dass ein Mensch sich so in seinen Hass und in seine Paranoia hineinsteigert, dass er eine solche Tat für gerechtfertigt hielt? Und warum bemerkte niemand, was er vorhatte? Wie waren seine familiären Verhältnisse? Welche Ereignisse gab es in seinem Leben, die ihn auf Abwege brachten?

Darüber hinaus hätte man erwartet, dass ein Nachdenken über die norwegische, über nordeuropäische, westliche, demokratische, kapitalistische Gesellschaften einsetzte. Unter welchen gesellschaftlichen Verhältnissen kann dieser Wahn gedeihen? Wie muss ein Land sein, in dem eine solche mörderische Ideologie „notwendig falsches Bewusstsein“, also unter den falschen Umständen „richtiges Bewusstsein“ sein kann? Welche krisenhafte gesellschaftliche Verfasstheit reflektiert sich in diesem Manifest? Wie kann es sein, dass immer mehr Menschen ernsthaft daran glauben, es stünde die Überfremdung und Islamisierung Europas bevor? Warum wird Paranoia in verschiedensten Ausprägungen mehr und mehr zur Volkskrankheit? Wie kann das Unfassbare und Irrationale, das sich im Handeln und Denken Breiviks ausdrückt, überhaupt mit Kategorien des Verstandes erfasst werden?

Das Aktionsbündnis gegen Wutbürger weiß auf diese und viele andere Fragen keine Antwort. Es blickt einigermaßen verwirrt auf das Geschwätz, das nun überall losbricht. Denn keine der Fragen, die sich uns stellen, werden derzeit beantwortet, ja schlimmer noch: Sie werden nicht einmal gestellt. Das einzige Thema, das es noch gibt, ist die Islamkritik. Die Frage, die gestellt wird, lautet: Ist die Islamkritik Schuld an diesem Verbrechen? Und allein die Tatsache, dass die „Islamkritikfrage“ gestellt wird, bedeutet, dass sie einer Lösung bedarf. Der „Streit“ dreht sich nur noch darum, in welchem Umfang welche Islamkritiker Schuld sind. Es zeigt sich, dass der Paranoia Anders Behring Breiviks sofort und unmittelbar eine gleichwertige Paranoia gegenübergestellt werden muss: Es sind die bösen Islamkritiker, die einen neuen Rechtsterrorismus hervorbringen und nun muss deswegen aber auch mal Schluss sein mit Islamkritik. Wer sich auf diese heillose Debatte einlässt, hat bereits verloren.

Dass die Opfer der Tat mehrheitlich sozialdemokratische Kinder und Jugendliche und keine Moslems waren, stört bereits niemanden mehr. Anders Behring Breivik könnte sich zur Rechtfertigung seiner Tat also nicht einmal auf einen Islamhasser, der zur Tötung aller Moslems aufriefe, beziehen. Dass er ein fanatischer Moslemhasser war, kann seine Tat nicht erklären. Die Welt ist voll von Menschen, die andere Menschengruppen hassen. Bei Anders Behring Breivik aber verdichtete sich der Hass zum paranoiden Wahn, er sah sich umzingelt, verfolgt, unterdrückt – und zwar bei weitem nicht nur von Moslems. Dass sich die Reaktion auf das Massaker auf die Frage „Sag wie hältst Du es mit dem Islam?“ reduziert, muss in die Irre führen. Anders Behring Breivik ist nicht Mitglied der Teilmenge „Islamkritiker“, sondern der großen Masse der Paranoiden, die sich von der eigenen Ohnmacht haben dumm machen lassen.

Anders Behring Breivik war als pathologischer Moslemhasser kein Islamkritiker, denn Kritik am Islam wird mit dem Ziel geübt, den Menschen etwas Besseres anzubieten als eine freudlose Religion, als Unfreiheit, Dogmatismus, Unterdrückung und Gewalt. Sie ist im besten Sinne aufklärerisch, als sie an den Moslem appelliert, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und den Ausweg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu suchen. Dies liegt vollkommen quer zu dem, was Breivik in seinem Manifest auf Seite 642 schreibt:

Europe’s current problems are entirely self-inflicted. This does not mean, however, that the result will be less catastrophic. By subverting the roots of its own Judeo-Christian culture – a process that started with the French Enlightenment (as opposed to the Scottish Enlightenment, which was not anti-religious) – a religious and cultural vacuum was created at the heart of European civilisation. The collapse of faith in its own values has, not surprisingly, led to a demographic collapse because a civilisation that no longer believes in its own future also rejects procreation. Today, a new religion and culture is supplanting the old one. There is little one can do about it, but hope for a miracle.

Breivik sieht die Verdorbenheit Europas in der antireligiösen Aufklärung begründet, die Überlegenheit des Islam eben darin, dass der unaufgeklärte Islam den Prinzipien seines Bruders im Ungeiste, Sayyid Qutb, folge:

The Islamic society is that which follows Islam in belief and ways of worship, in law and organization, in morals and manners.

In Wirklichkeit verhält es sich so, dass der Adorno wegen seiner „Studien zum autoritären Charakter” hassende Breivik als Prototyp eines solchen den Islam zutiefst beneidet, weil der Islam eine gesellschaftliche Hierarchie, strenge Regeln und religiöse Werte im Einklang mit seinem kulturellen Erbe bietet, also all das, was Breivik  in der europäischen Gesellschaft so schmerzlich vermisst. Breiviks Islamhass und sein wahnhafter Kampf gegen ihm übermächtig scheinende Gegner, gegen die nur ein Wunder helfe, erscheint als Ausdruck eines Gefühls der eigenen Ziel- und Wertlosigkeit. Letztendlich will er im Kampf gegen den Islam selbst in einer Gemeinschaft aufgehen, die der der Djihadisten ähnelt: Zum Letzten entschlossen, skrupellos, gewalttätig und im festen Glauben an die Überlegenheit der eigenen Überzeugungen. Nur vor dem Hintergrund dieser Wunschvorstellungen sind auch seine Einlassungen zu deuten, er habe ein Netz von Unterstützern hinter sich.

Der wahnhafte Versuch zahlloser Antirassisten, anlässlich dieser Tat nicht wahnhaften Erlösungsideologien jeder Art, ob Islamismus, Faschismus oder Breivikismus den Kampf anzusagen, sondern einen Abgesang auf die Islamkritik zu formulieren, zeigt ihre völlige Erfahrungsresistenz. Nicht nur nehmen sie Breiviks antiaufklärerische Gedanken nicht zur Kenntnis, sondern sie betätigen sich selbst im schlimmsten Sinne antiaufklärerisch, indem sie die eine Wahnsinnstat gegen die andere ausspielen. Schlimmer noch: Die Morde islamistischer Terroristen werden von denselben Leuten, die jetzt von Broder und Co. fordern, sich von Breivik zu distanzieren, regelmäßig relativiert und verharmlost. Stellvertretend äußerte sich für sie der norwegische Botschafter in Israel, der sich zu der Aussage verstieg, die Norweger hielten die Besatzung für die Ursache des Terrors gegen Israel, Breivik aber habe die regierenden Sozialdemokraten gehasst. Es ist von solchen Leuten nicht zu erwarten, dass sie die fundamentalen Gemeinsamkeiten von Islamisten und Verrückten wie Breivik überhaupt verstehen.

Die Hatz auf alles, was sich nicht nur wohlwollend zur Religion des Friedens äußert, setzte aber nicht erst mit dem Terroranschlag in Norwegen ein. Die medialen Massenvernichtungswaffen lagen schon bereit, die Versatzstücke, die jetzt in die Blogs und Zeitschriften kopiert und eingefügt werden, waren lange fertig, bevor Breivik den ersten Schuss abgab. Gewartet hat die Meute darauf, dass irgendwo ein Verbrechen geschehe, das sich auch nur im entferntesten gegen den Islam richtete, um mit Wilders und Co. auch gleich jedwede aufklärerische Islamkritik mitzuentsorgen, auf dass ewiger Frieden herrsche zwischen den Kulturen. War man jahrelang nach 9/11 moralisch in der Defensive, so konnte man jetzt endlich mit gutem Gewissen und mit voller moralischer Wucht zurückschlagen. Dieses widerliche Triumphgeheul anlässlich der Opfer von Oslo und Utøya ähnelt verdächtig der un-heimlichen Freude der Atomkraftgegner, nachdem tausende Japaner elendig ersoffen waren: „Wir haben es ja immer gesagt!“ Der schäbige Wille, gegen jede Erfahrung der Realität und ohne jede Empathie für die Opfer Recht zu behalten, beweist, dass die Gegner der Islamkritik in ihrem Wahn Anders Behring Breivik nur wenig nachstehen.

Ebenso deutlich wurde die Freude darüber artikuliert, dass der Mörder nicht wieder der Moslem war. Sämtliche antirassistischen Medien, von der rheinischen Post bis zur konkret, vom Spiegel bis zu Hannes Stein entdeckten plötzlich die Haarfarbe als entscheidendes Kriterium. Der Täter sei blond gewesen, was im antirassistischen Slang so viel heißt wie Weißer bzw. Täter. Dass der Rekurs auf das Aussehen des Täters per se rassistisch sei, gilt in diesen Kreisen natürlich nur, wenn von einem „dunkelhaarigen“ oder „arabisch aussehenden“ Täter die Rede ist und als Beweis für den allgemeinen Rassismus muss herhalten, dass einige Journalisten zunächst über einen islamistischen Hintergrund des Anschlags spekuliert hatten, ganz so als ob dies keine naheliegende Vermutung gewesen wäre. Das, was früher abseitiger linker Spleen war, ist heute in der Mitte der Gesellschaft fest verankert.

So wundert es auch niemanden, dass der linke Bierputsch gegen die Ideologiekritik in der Mitte der Gesellschaft anzukommen scheint. Wie die radikale Linke versucht, Veranstaltungen mit antideutschen Autoren, insbesondere Redakteuren der Zeitschrift Bahamas, gewalttätig zu stören oder gar zu unterbinden, so läuft nun die mediale Säuberungskampagne gegen Broder und Co., die umstandslos mit Rechten, also Nazis gleichgesetzt werden. Die Gesellschaft und ihre linke Avantgarde sind zunehmend erfolgreich darin, das einzugrenzen, was als noch als „legale Meinungsäußerung“ zu gelten hat und wo die Hetze beginnt. Die Grenze wird dabei immer willkürlicher gezogen und auch tätliche Angriffe sind nicht mehr auszuschließen, schließlich gilt es ein neues Utøya zu verhindern und den Anfängen zu wehren, was sind da schon ein paar gebrochene Nasen. Auf indymedia wurde heute schon einmal dazu aufgerufen, eine Veranstaltung der Redaktion Bahamas im Max und Moritz anzugreifen. Auch wenn der Beitrag gelöscht wurde, soll es auf der Veranstaltung heute zumindest zu versuchten Übergriffen gekommen sein.

Angesichts des Terrors, ob von Linken, Rechten oder Islamisten verübt und angesichts des zunehmenden gesellschaftlichen Wahns erscheint dem Aktionsbündnis gegen Wutbürger Ideologiekritik wichtiger denn je. Wir sprechen allen Islamkritikern, die den Islam deswegen kritisieren, weil sie das Leben der Menschen und nicht zuletzt der Moslems, die unter dem Islam zu leiden haben, verbessern möchten und die deswegen unter Gewalt, Drohungen und sonstigen Repressionen zu leiden haben, unsere Solidarität aus.

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14 Antworten zu Der Islamneid des Anders B.

  1. Tom schreibt:

    Ja,sprecht ihnen eure Solidarität zu,den Sarrazins ,Broders,Wertmüllers(Bahamas) und anderen Volksverhetzern die unter den Deckmantel von Islamkritik den Moslem als Subjekt zum Sündenbock umfunktionieren wollen.Ich jedenfalls werde nach Oslo u.Utoya derartigen Faschisten keinerlei Sympathie mehr entgegen bringen.Kein Wort natürlich von euch davon das die Bahamas z.b. die Fellaci bejubelte ,die Moslems als Ratten bezeichnete,kein Wort darüber das sie Le Pen befürwortete,und jeden imperialistischen Krieg unterstützt..Die neuen rechtspopulistischen Parteien u.die Antideutschen sind ein amalgam des neuen Faschismus,eine Querfront die es zu bekämpfen gilt.

  2. M. schreibt:

    Dass die angebliche „Unterstützung“ von Le Pen eine Erfindung des Märchenonkels B.S. aus P. ist, scheinen die Toms dieser Welt noch immer nicht wahr haben zu wollen. Und eine Querfront aus Antideutschen und „rechtspopulistischen Parteien“ herbei zu fantasieren, ist – angesichts der tatsächlich existierenden Querfront aus Anti-Imps, Neonazis und Islamisten, die sich zuvörderst gegen Israel richtet – im besten Falle amüsant, im Prinzip aber einfach nur entlarvend.

  3. ch schreibt:

    Haben Sie denn, lieber Tom, für Ihre haltlosen Anschuldigungen auch nur den Hauch eines Beweises? Immer wieder werden solch widerwärtige Anschuldigungen von erfahrungsresistenten Unbelehrbaren wie Ihnen gebracht, um gleich darauf widerlegt zu werden. Das Meiden der Jungen-Welt und anderer Schundblätter würde Ihnen sicher nicht schaden.

  4. Pingback: Paranoia mit Parallelen «

  5. abgwb schreibt:

    Zwei Anmerkungen:

    1. Kommentare werden hier nur äußerst willkürlich akzeptiert, Lob und Beschimpfungen ohne Argument werden sofort gelöscht, ebenso alle anderen Kommentare, die der zensürlichen Willkür missfallen. Beiträge wie der von Wutbürger Tom werden allerdings zur allgemeinen Belustigung natürlich sofort genehmigt. Es wird gebeten, von weiteren Antworten abzusehen, lustiger wird es auch nicht mehr.

    2. Falls ihr es noch nicht getan habt, lest den über diesem Kommentar verlinkten Beitrag „Paranoia mit Parallelen“ auf Lizas Welt

  6. Pingback: Breiviks Islamneid | casual nothingness

  7. mo schreibt:

    Höchstwahrscheinlich wisst Ihr das schon selbst, aber vielleicht ja auch nicht: die Bahamas-Veranstaltung am Mittwoch wurde tatsächlich von einem Mob, der wohl von einer nicht unbekannten antiimperialistischen Schlägertruppe aus Neukölln angeführt wurde, und der von der Polizei nur mit gezogener Waffe davon abgehalten werden konnte, das Lokal zu stürmen, angegriffen.

  8. Felix Riedel schreibt:

    „Dieses widerliche Triumphgeheul anlässlich der Opfer von Oslo und Utøya ähnelt verdächtig der un-heimlichen Freude der Atomkraftgegner, nachdem tausende Japaner elendig ersoffen waren: „Wir haben es ja immer gesagt!““

    Das wäre abseits der empirischen Unbelegbarkeit eine propagandistische Verkürzung. Nicht nach dem Tsunami, sondern nachdem auch noch Millionen weiterer Japaner von einer unter sträflicher Nachlässigkeit entstandenen Havarie in vier bis sechs Reaktorblöcken nebst Brennelementelager bedroht wurden und leider immer noch werden gab nicht nur keine „Freude“ sondern eine prinzipielle Anteilnahme an dem was nach dem Tsunami drohte – die in der CDU umgeisternde Formel „Nun aber nicht grün wählen, das wäre zynisch“ war weitaus mehr von einer Instrumentalisierung der ertrunkenen Toten geprägt als die auf doch nicht wenigen Demonstrationen im Großen und Ganzen recht tragbar ausgehaltene Ambivalenz zwischen Entsetzen, Trauer und der kassandresken Gewissheit, Recht zu haben.
    Siehe auch:
    http://nichtidentisches.wordpress.com/2011/03/21/infantile-energien/

  9. abgwb schreibt:

    Um die „empirische Unbelegbarkeit“ zu behaupten, muss man sich allerdings Augen und Ohren zuhalten.Und die „Anteilnahme“ lässt sich leicht durchschauen und dekonstruieren, wie es Jens Schmidt in der aktuellen Bonjour Tristesse tut:

    http://bonjourtristesse.wordpress.com/2011/07/27/strahlenklinik-deutschland/

  10. Nora schreibt:

    Mir ist das damals auch unangenehm aufgefallen, dass ersten sofort halluziniert wurde, man wäre selbst genauso furchtbar betroffen wie die Japaner und zweitens statt Mitgefühl eher ein befriedigtes ’selber schuld‘ an die Japaner gerichtet wurde. Ziemlich ekelhaft. Ich vermute aber seit Jahrzehnten, dass der deutsche Ehrgeiz überall Opfer Nr. 1 sein zu wollen auch wenn man selbst bequem vorm Fernseher sitzt, damit zusammenhängt, dass man Auschwitz angerichtet aber nie dafür zur Rechenschaft gezogen worden ist. In der dumpfen Ahnung, dass das dicke Ende vielleicht doch noch kommen könnte, versucht man schnell einen Opferstatus zu erlangen, egal wie, egal wo, Hauptsache wohlfeil, um dem befürchteten Strafgericht mit heiler Haut doch noch entkommen zu können. Im Land der Täter hat es Konjunktur besser doch zu irgendeiner Opfergruppe zu gehören, je billiger die Kosten für eine solche Tarnung desto besser. Ich vermute, dass jeder der so handelt, eine ziemlich gute Vorstellung auch davon hat, was wirklich und zuvörderst in ihm (oder ihr) denkt und handelt (auch in 2. und 3. Generation) sonst würde bei der Verteilung des Prädikats ‚Opfer‘ nicht immer so laut ‚hier!‘ geschrieen.

  11. Martin schreibt:

    Der Artikel beschreibt sehr gut den Hass seitens Breivik auf die islamische Kultur und deren Unterstützer. Vielleicht war er wirklich neidisch auf den Islam, zum Beispiel auf die bedingungslose Anerkennung des Koran in der muslimischen Welt, der sogar Gesetze prägt, während wir im Westen auf die Trennung von Staat und Kirche achten. Natürlich darf man Kritik am Islam üben, genauso wie man Kritik an allen Religionen üben darf, denn dies begünstigt Fortschritt. Fragwürdig wird es nur immer dann, wenn religiöse Gefühle beleidigt werden und dabei denke ich nicht nur an die Mohammed-Karikaturen, sondern auch zum Beispiel an die Satire „Dunk dem Herrn“.

  12. Pingback: Bremer Vielfalt, Bremer Volk: Heimat – Kulturschutz – Säuberung | Aktionsbündnis gegen Wutbürger

  13. Pingback: Bremer Vielfalt, Bremer Volk: Heimat – Kulturschutz – Säuberung | Aktion Zaungast

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