Bremer Zustände Teil 7 – Juden antreten zum Zahlappell

Der schon hinlänglich eingeführte Herr Strohmeyer lässt einmal mehr die Maske beiseite und widmet sich ganz ohne Umschweife einem Anliegen, das er wohl als „Judenkritik“ bezeichnen würde, machte er sich denn einen Begriff davon. Bekanntlich legt der ehemalige Journalist und Kultur-Redakteur des Bremer Landesverbands der Partei „Die Linke“ größten Wert auf die Feststellung, dass es einzig und allein der eine jüdische unter allen Staaten ist, den er bei jeglicher unpassenden Gelegenheit verbal attackiert. Wer dahinter Antisemitismus vermutet, liegt natürlich vollkommen richtig, schließlich ist es Arn Strohmeyer offenkundig darum zu tun, sich postum mit seinem Vater, dem NS-Journalisten Curt Strohmeyer, doch noch zu versöhnen, unter dem er immer so gelitten hat. Büßen müssen dies die Juden und ihr Staat Israel, was nach der einfachen Projektionsleistung funktioniert, Juden zu Rechtsextremisten und Israel als Unrechtsstaat abzustempeln. Wer einem wie Strohmeyer nachweist, dass er über seine Zuschreibungen an Juden und Israelis lediglich das alte antijüdische Ressentiment ausagiert, der betreibt natürlich in den Augen eines blindwütigen Judenhassers nichts als üble Nachrede und eine auf die Vernichtung der Persönlichkeit gerichtete Psychologisierung – ganz so, als wäre daran noch irgendetwas zu vernichten, wenn die Destruktivkräfte bereits dermaßen überhand genommen haben, dass einer an gar nichts anderes mehr denken kann als an seinen Vernichtungswunsch gegenüber dem jüdischen Staat.

Nun wäre Arn Strohmeyer hier nicht das Thema, wenn er seine daddy issues mit seinem Therapeuten bespräche oder wenn man ihm überall das politische Mitwirken aufgrund seiner Obsession verwehrte. In Wirklichkeit verhält es sich so, dass Arn Strohmeyer in Bremen überall mitmischt und mitmischen darf, wo es innerhalb friedensbewegter oder altlinker Kreise um das Thema Nahost, d.h. in diesen Kreisen: gegen Israel, geht. So hat er für die Bremer Linkspartei diverse Artikel und Broschüren verfasst, die problemlos über die Homepage des Landesverbands abzurufen sind. Und wenn sich in Bremen tausende zusammenrotten, um ihren Antisemitismus auszuagieren und gegen Israel zu demonstrieren, dann freuen sie sich, dass der große Agitator ihnen die Hetzrede hält, die sie alle hören wollen. Organisationen wie das Bremer Friedensforum sind zwar eifrig darauf bedacht, dass sie nicht direkt mit ihm assoziiert werden – wenn das Aktionsbündnis gegen Wutbürger über den lupenrein antisemitischen Charakter seiner Reden aufklärt, dann wird das Manuskript klammheimlich von der Homepage des Bremer Friedensforums entfernt und es wird lediglich noch angeboten, es auf Anfrage per E-Mail zuzusenden. Man hofft dort offenbar, dass einem keiner auf die Schliche kommt, dass man nicht am Ende doch noch aus der Villa Ichon und anderen Zusammenhängen herausgewiesen wird, weil man einem antisemitischen Hassprediger ein Forum bietet. Das Aktionsbündnis gegen Wutbürger lässt sich durch solche Verschleierungstaktik selbstverständlich nicht beeindrucken und beharrt darauf, dass alle widerwärtigen Äußerungen Strohmeyers auch dem Bremer Friedensforum zuzurechnen sind. Wer mit Strohmeyer und Konsorten zusammenarbeitet, leistet keine Arbeit für den Frieden, sondern steht auf der Seite der Mörder, die mit Messern und Äxten in Synagogen eindringen, um möglichst viele Juden abzuschlachten.

Nun wäre aber Arn Strohmeyer nicht der Antisemit, der er ist, wenn er seinen Judenhass nur am Staat Israel ausagierte. Auch die jüdische Gemeinde Bremen wird zur Zielscheibe seiner Attacken:

Verschiedene Religionsgemeinschaften und Vereine haben in Bremen angekündigt, dass sie mit Geldbeträgen und Hilfsgütern den Menschen beistehen wollen, die vor den Kämpfen in Syrien und dem Irak fliehen mussten.

deckt Strohmeyer auf der Seite des Nahost-Forums Bremen auf, dem Syrien und Irak sonst genauso wenig ein Thema sind wie Libanon, Saudi-Arabien oder der Iran, weil es sich in der ganzen Region sowieso nur an an dem einen Staat stört, gegen den es auch seine samstäglichen „Mahnwachen für Palästina“ vor dem Bremer Dom organisiert. Von einer Mahnwache für Syrien oder gegen das dortige Blutvergießen ist von diesem Forum Nahost schon deswegen nichts zu hören, weil die dort umgebrachten Syrer (und Palästinenser) nicht Israel in die Schuhe geschoben werden können, was sie für solche Antisemiten zu uninteressanten Kollateralschäden macht. Mit traumwandlerischer Sicherheit findet Strohmeyer unter den verschiedenen Vertretern Bremer Religionsgemeinschaften die eine, der er das humanitäre Engagement so nicht durchgehen lassen kann:

Auch die Bremer Jüdische Gemeinde beteiligt sich daran. Deren Vorsitzende Elvira Noa begründete am Donnerstag ihr Engagement für die Flüchtlinge mit der jüdischen Ethik: Es wäre doch eine Selbstverständlichkeit, diesen Menschen in großer Not zu helfen.

Nun müsste der letzte Satz, wäre er einer, der in indirekter Rede die Aussage Elvira Noas wiedergäbe, im Konjunktiv 1 formuliert sein. So wie Strohmeyer ihn aber formuliert hat, bildet er die Kurzfassung seines zum Erbrechen wiederholten Credos, dass die einzigen rechtmäßigen Besitzer einer jüdischen Ethik die handvoll Kronzeugen sind, von denen er sich in seinem Ressentiment bestätigt fühlt, anderen Juden – d.h. praktisch allen – ist Hilfe für notleidende Menschen demnach keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr seien die Juden, die sich nicht permanent von Israel distanzieren, automatisch Teil der brutalen israelischen Kriegsmaschinerie, die Palästinenser in Ghettos sperre und mit Krieg überziehe. Was er allerdings unfreiwillig noch sagt: eine Selbstverständlichkeit ist es für ihn nicht. Schließlich ist er auch noch nie dadurch in Erscheinung getreten, dass er sich über die große Not der im Verlauf der letzten drei Jahre vom Ba’ath-Regime Ausgehungerten und Ausgebombten in Rage geschrieben hätte, und beträfe es auch nur diejenigen, die in Syrien als „palästinensische Flüchtlinge“ noch in vierter Generation in Elendslagern festgehalten werden. Er hat auf ein anderes Stichwort gelauert:

Da spiele die Religionsgemeinschaft gar keine Rolle.

Für Arn Strohmeyer tut sie das aber sehr wohl. Deshalb ist der Fachmann für antijüdische Ethik auch nicht um die Idee verlegen, wie das Engagement der Jüdischen Gemeinde gegen sie – und nur gegen sie – zu verwenden wäre:

Wenn das so ist, dann ist es doch auch eine Selbstverständlichkeit, dass Frau Noa zur Hilfe für die Menschen im Gazastreifen aufruft.

Seine jüdischen Nachbarn sind es, die er gerne für die in Gaza herrschende Misere in die Pflicht nehmen will, weil für ihn ohnehin alle Juden irgendwie Israelis und damit Verbrecher sind. Nicht nur die Israelis, sondern alle Juden, so die Intention Strohmeyers, sollen gefälligst Reparationen leisten an die Urheber des Raketenkrieges, der diesmal so weit ging, dass die Menschen in Tel Aviv und Rishon LeZion genauso um ihr Leben laufen mussten wie das in Sderot und Ashkelon schon zuvor praktisch an der Tagesordnung war. Dass uns Strohmeyer diese „Selbstverständlichkeit“, Juden gesamthaft für den Terror der Antisemiten büßen zu lassen, ausgerechnet in dem Monat auftischt, in dem die Deutschen sich für die 25 Jahre feiern, die sie den Tag des Novemberpogroms von 1938 nun schon in ein neues nationales Erweckungsereignis umgedeutet haben, dürfte auch kaum zufällig sein. Papa wäre stolz.

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Eine Antwort zu Bremer Zustände Teil 7 – Juden antreten zum Zahlappell

  1. menachembegins schreibt:

    Herr Strohmeyer fasst in seiner Person ganz vortrefflich alle Ekelhaftigkeiten dieses Staates zusammen. Sehr treffend formuliert.

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