Gesellschaft für deutsche Sprache

Mit der Gesellschaft für deutsche Sprache geht der Titel „Wutbürger_in der Woche“ an die Organisation, der unser kleines Bündnis seinen Namen mitverdankt: Das vom Spiegel-Journalisten Dirk Kurbjuweit ursprünglich pejorativ verwendete Kompositum Wutbürger wurde von der Gesellschaft für Deutsche Sprache 2010 zum Wort des Jahres gewählt und positiv gewendet:

Als Wort des Jahres wurde Wutbürger gewählt. Diese Neubildung wurde von zahlreichen Zeitungen und Fernsehsendern verwendet, um einer Empörung in der Bevölkerung darüber Ausdruck zu geben, dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden Das Wort dokumentiert ein großes Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger, über ihre Wahlentscheidung hinaus ein Mitspracherecht bei gesellschaftlich und politisch relevanten Projekten zu haben.

Im Jahr 2016 wird deutlich, was die Gesellschaft für deutsche Sprache unter einem anständigen Wutbürger versteht, der sich dagegen wehrt, dass die Dinge über seinen Kopf hinweg entschieden werden. Den Preis für „Sprachkultur“ (ein Wort, das den Verrat an Sprache und Denken auf den Begriff bringt) erhielt nun neben dem Schlagersänger Bourani kein anderer als Dieter „Didi“ Hallervorden. Begründet wurde die Preisverleihung durchaus treffend mit den Worten, Hallervorden verstehe es „seit Jahrzehnten, die deutsche Sprache auf vielfältigste Weise zu nutzen“. Diese unfreiwillig vernichtende Kritik verdeckt allerdings, warum Hallervorden den Preis von einer Gesellschaft, die den „Wutbürger“ tatsächlich als Beispiel eines mündigen, aufgeklärten Individuums versteht, wirklich bekommt. Deswegen folgt nun unser Alternativvorschlag für eine ehrlichere Begründung der Preisverleihung an Hallervorden:

Mit dem Preis für Sprachkultur wird Dieter Hallervorden ausgezeichnet. Er erhält den Preis für sein spätes Meisterwerk, die Wutbürger-Hymne Ihr macht mir Mut, insbesondere für folgende Zeilen: „Magst Du Netanjahu nit, bist Du gleich Antisemit!“ Reimkunst, regionaler Einschlag und eine Botschaft, die Millionen Bundesbürgern aus der Seele sprechen, sind hier zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen, das die Preisverleihung unumgänglich machte.

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